D Revision vor Chircheuhr. Odr: Es Plädoyer für e Chirche am Puls vor Zyt

Sie hei d Chircheuhr nöi gstellt, ds Uhrwärch revidiert, justiert und kalibriert. Und das geit halt nid a eim Tag. D Revision vor Zyt, die bruucht ihri Zyt. Und i dere Zyt, wo mä dr Zyt uf d Sprüng hilft, schteit d Zyt still.

D Uhr ticket nümm, klacket nümm, surret nümm. D Zyt wird zytlos. Die mechanischi Ändlosschleife isch usser Betrieb. Dr Sisyphos macht e Pouse im Nüt.

D Rädli dräie nümm und d Zähn zahne nümm, kes Fäderli gieret me und d Zeiger uf de Zifferblätter schtöh reglos. Weder d Glogge no ds Glöggli lüte, nid zur volle, zur viertel, drüviertel und o nid zur halbe Stund – und erscht rächt nid zum Fyrabe.

Am Afang het das niemer gmerkt. Wäm fählt scho so es Ticke, so es Klacke und es Surre? Wär vermisst scho d Gloggeschläg um Mitternacht?

Abr mit dr Zyt het’s dr eint oder ander gliich dünkt, es fähli öpis. Sones Ticke, Klacke, Surre und Lüte. Sones vertrouts Hintergrundruusche: dr religiös Soundtrack zum Läbe.

Was de da los sigi, hei teil wölle wüsse. I würd fasch bhoupte: Teil si e chli usem Takt cho. D Chirche isch irgendwie nümme im Dorf gsi. Also rein akkustisch, versteit sech.

Nid usdsdänke, we nid allei d Chircheuhr, sondern die ganzi Chirche ine uzytigi Taktlosigkeit wäri verfalle. We dä Apparat mit all sine Rädli und Zähnli, mit sim unufhörlech glichmässige Surre hätti dr Zytgeist und mit ihm ono grad dr Heilig Geist ufgäh.

Mängisch dünkt’s eim schier, d Zeiche vor Zyt zeige das a. Gnue mängisch ghört mä’s ja, liest’s allzyt i de Zytige. D Chirche, die heigi ihri Glanzzyte hinger sich. Si sigi verrostet, verstoubt, vo geschtr und überhoupt überholt. D Chirche sigi bedürftig worde. Überholigsbedürftig! Aber ob das no rentiert?

Di letschti Revision isch oscho es rächts Zytli här. Es wär widr mal nache, das würd Dr gloub jede Mech säge. Abr d Zyt, die wartet bekanntlech uf niemer. Und grad abstelle für e Totalrevision, das chasch nid bringe. De wüsstisch de grad sofort, was es nid gschlage het. Will d Rädli und Zähnli und Zeiger ir Chirche si nid us Metall, si us Fleisch und Bluet und Härz.

Das isch ja ds wunderschöne Dilemma: E Reformation bechunnsch nume am läbige Subjekt.

A eim Tag schaffsch das sowieso nid. Sone Reformation, das bruucht sini Zyt. Und i dere Zyt, wo Gott weiss wär dr Chirche uf d Sprüng hilft, wär’s schono guet, we d Chirche im Dorf blibt. Also itz nid nume wägem Ticke, Klacke, Surre und Lüte. Das o. Aber vor allem, will die, wo am Puls vor Zyt wott blibe, dr Luxus vor Zytlosigkeit letschtändlech nid het.

Und was die Sach mit dr Uhr am Chirchturm ageit: E Chirchturm macht no lang ke Chirche.

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