Dr Pfarrer u dr Sprüchliriesser – oder o: Gottes Irrwäge sy unergründlech

Du chaisch es dräie und wände wie de wosch, irgendeine isch nie zfride. Du chaisch über ds Wasser loufe, das Wasser glichzytig zu Wy la wärde und de ono grad teile – idealerwies i Rote, Rosé und Wysse – es isch gliech nid rächt. Eh ja, es hät ja vilicht ono Champagner chönne drbi useluege. Fair Trade, Vegan, Bio und am beschte ono grad alkoholfrei us dr Region.

Du chaisch es dräie und wände, wie de wosch, irgendeine isch nie zfride. Da chrampfsch Dr dr Allerheiligscht ab, springsch vo eim Halleluja zum andere und weisch vor luuter Herrje und Jesses Gott sälber nümme rächt, wo Gott hocket.

Und i däm ganze Towuwabohu inne machsch mal füf Minute Pouse, schnuufsch mal düre. Für füf Minute beziehsch einisch, abr de würklech usnahmswies, die paar Prozäntli, wo sy im Stellebeschrieb grosszügig mit „Spiritualität“ betitle, insgeheim aber Pufferzone meine.

We das machsch, de chasch Dr de sicher sy, dass just i dene 5 Minüteli e sone Sprüchlieriesser drhär chunnt. Das isch de so sicher wie ds Amen i dr Chiuche. Und was erklärt er dä, we är Di so gseht «umeplöischle»? Genau, dä erklärt Dr, dass d Pfaffe sowieso nume am Sunntig schaffe.

Fadegrad seit er Dr’s nid. Da hätt er sech nid drfür. Är seit’s meh so luschtig. Meh so ine Spruch verpackt. Und es sig ja sowieso nid bös gmeint.

Üsserlech lächleni unter maximaler Asträngig möglechscht verständnisvoll. „Immer schön christlech bliebe“, murmle i drbi mantra-artig vor mi häre. Innerlech frag i mi allerdings, ob sech mi Chef, also dr Jesus, o emal serigi Sprüch het müesse alose, öb är o so doof und sprachlos grinset het, wie ig itz oder ob er däm souluschtige Sprüchliriesser ächt nid doch grad e saftigi Bärgpredigt um d Ohre ghoue hätti.

Item, i cha’s nid ändere, grinse witer und säge nüt. Einisch meh. Und daheim säg i mr das, wo i mr jedes Mal säge: Ds nächscht Mal liesisch dene Spassvögel mal d Levite. Ds nächscht Mal bisch schlagfertiger. Ds nächscht Mal housch ufe Tisch, da ruumsch dene mal ihre Souschtall vomene Wältbild uf.

Wie dr Chef anno dazumal, wo är in Jerusalem dene Herre und Dame dr Tämpelmarkt ordentlech düregstrählt het. Dä het sech nämlech o nid geng alles la gfalle. Oder bi sine Jünger. Wie mängisch hei die Jungspunde gmeint, sie wüsse itz, wie dr Charre louft? Und wie mängisch hei sie dä Charre wieder i Sand gsetzt? Gfühlt einisch pro Bibelsite het Jesus die Tschupele i die richtigi Richtig müesse bugsiere, will sie’s wieder nid checket hei. Es Chrüz isches gsy mit näh.

Ir Liebi isch mä äbe nid nume geng eis Härz und ei Seel, da schtöh Dr o emal ordentlech d Haar ds Bärg, da git’s o mal Füür im Dornbusch. Und bir göttleche Liebi isch es nid viel anders. Es heisst ja i dr Bibel: „Ertragt einander in Liebe.“ Ertrage, nid hofiere, nid schmüsele.

Aber guet, was heisst das itz für mi Fall? Söll i dene Sprüchliriesser us vollschtem Härze, us purluuterer Liebi wuchtig umegäh, oder witerhin ihri mässig luschtige Evergreens ertrage und istecke?

Genau gno het ja o dr Chef einiges igsteckt. Für die einte het är ds viel gfrässe, für die andere ds viel gsoffe. Mängisch sy sech die einte und die andere sogar einig gsy i dr Meinig, dass är ds viel frässi und ds viel suffi. Und das simultan während är sech zuesätzlech no mit dä falsche Lüt abgit – Schmarotzer, Pack, wo nid dahäre ghört.

Sprüchliriesser het’s denn scho gäh. Abr anders als i mim Fall het dr Chef einiges meh als dummi Bemerkige und Schlämperlig müesse istecke. Wo i so drüber nachedäiche, chum i mr blöd vor, dass mi dä Spruch däräwä ufgregt het. Und wo i witer drüber nachedäiche, merke ig, dass mi dä blöd Spruch uf hinterligschtigschti Art und Wies zumene spirituelle Gedankegang verleitet het. Hätt i mir die Zyt ohni dä Spruch gno? I dänkes nid.

Oder um’s i dä Wort vo mire liebe Muetter ds säge: „Mä cha no vom gröschte Löu öpis lehre.“

2 Gedanken zu “Dr Pfarrer u dr Sprüchliriesser – oder o: Gottes Irrwäge sy unergründlech

  1. Super, cha-mi nume dr Kollegin aaschlüsse! Au en Art Uufchlärig z’betriibe, uf underhaltsami und persönlichi aber au theologisch fundierti Wiis. Freue-mi uf meh – wünsch‘ dr (und allne vo euis, wo’s gliich geit) derzue meh as nume dr „SteBe-Puffer“ zum ruhie und uuftanke und zum wiiteri so Schrifte z’verfasse! 😉

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