Die Kirche ist nicht das Himmelreich

In der reformierten Kirche Berns geht die Angst um. Nicht, dass man davon spräche. Aber wenn über Kirche geredet wird, ist die Angst oft deutlich zu spüren. Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Mitgliederschwund, Angst vor dem Bedeutungsverlust. Diese Angst ist nicht unberechtigt. Die Kirchenbänke leeren sich, Glaube wird mehr und mehr zur Privatsache und der Satz «Aber bitte nichts mit Gott» ist bei Traugesprächen längst salonfähig geworden.

Dass es ein Leben ohne Kirche gibt, weiss ich selbst am besten. Mit der altehrwürdigen Institution kam ich erst so richtig in Berührung, nachdem ich schon einige Semester Theologie studiert hatte – die Trockenübungen zwecks Konfirmation einmal ausgenommen. Heute bin ich Teil der Kirche. Ich habe tatsächlich die Seiten gewechselt. Ich bin dankbar, dass es die reformierte Kirche in all ihrer Vielfalt gibt und es macht mich nachdenklich, wenn Menschen meinen, Kirche sei angestaubt und hinfällig. Noch nachdenklicher stimmt mich jedoch die Angst innerhalb der Institution. Denn Angst steckt an, sie lähmt – auch mich.

Ich beobachte, dass es in der Landeskirche in der Regel zwei Wege gibt, mit Angst umzugehen. Bei der ersten Variante wird die Realität schöngeredet – «Es ist sowieso besser, wenn nur die in den Gottesdienst kommen, die auch wirklich wollen». Bei der zweiten Variante wird einfach geschwiegen. Die zweite Variante ist besonders beliebt bei heiklen Themen wie etwa Homosexualität. Unsere Stellungnahme zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare habe ich an die zuständigen Institutionen und Personen in Bern geschickt. Deren Reaktionen? Null. Auf der anderen Seite: Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Weil Kirche Angst vor der Zukunft hat, hat sie Angst, etwas Falsches zu tun. Also tut sie viel zu oft nichts oder zu wenig. Sie klammert sich an Traditionen, Dogmen und Kirchengebäude. Auf Kritik reagiert der Kirchenadel gerne empfindlich. Man will um jeden Preis überleben, den Status quo erhalten – und befeuert gerade dadurch den ekklesiologischen Supergau. Ich verstehe das. Denn wenn es um Kirche geht, geht es immer auch ein wenig um Heimat. Wenn diese Heimat bröckelt, sieht man nur allzu schnell die guten christlichen Werte bedroht. In meinem Fall sehe ich ja sogar meinen Job bedroht.

Aber die Kirche ist nicht das Himmelreich. Ihre Institutionen, Lehren und Gebäude sind nicht viel mehr als der Versuch, einem unfassbaren Gott einen Rahmen zu geben. Sie sind Stückwerk. Wenn jetzt noch Angst im Spiel ist, wird aus dem Versuch sehr schnell Zwängerei. Dabei wird gerne vergessen, dass nicht wir es sind, die das Himmelreich einrichten, sondern Gott.

Es gibt einen Unterscheid zwischen einer sinnvollen und sinngebenden Kirche. Die meisten Kirchen sind sinnvoll. Um das zu begreifen, reicht oft ein Blick auf das vielfältige spirituelle und karitative Engagement. Ein Engagement, dass das römische Reich mehr als einmal vor dem Kollaps bewahrte und bis heute der Gesellschaft einen Dienst leistet, welcher den Sozialstaat andernfalls wohl teuer zu stehen käme.

Aber keine Kirche ist sinngebend. Sinngebend ist die frohe Botschaft. Die Kirche ist lediglich die Bühne, auf dem das Stück zur Aufführung gelangt. Die Bühne ist austauschbar. Was für ein kümmerliches Evangelium wäre das, wenn es von Mauern, Traditionen und Institutionen abhinge? Und was für ein Trauerspiel, wenn die Angst Regie führt? Um es mit den Worten Martin Luthers zu sagen: «Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.»

Wir haben in der Kirche alle Freiheit. Und wir predigen auch gerne über diese Freiheit. Die Freiheit, die uns Christus schenkte. Die Freiheit, von der Paulus sprach: «Denn zur Freiheit seid ihr berufen worden.» Aber nützen wir diese Freiheit auch? Bestimmt sie mehr als unser Reden von Gott? Gestehen wir sie denen zu, die neues probieren wollen oder – noch schlimmer – uns kritisieren?

Es tut der Kirche gut, durchgeschüttelt zu werden. Reformation ist ein mehr oder weniger beständiger Prozess und kein starrer Status. Wenn sie zu letzterem geworden ist, ist es höchste Zeit, dass wir uns in unser geliebtes Wort fallen lassen – damit wir es uns in unseren Gemäuern und Traditionen ja nicht zu bequem einrichten. Ein Grund zur Angst ist das noch lange nicht. Wir verkündigen das ewige Leben und nicht Dantes Inferno. Oder um noch einmal Luther zu zitieren: «Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Bäumchen pflanzen.»

D Schublade

I han e Schublade. So e grossi. Eini, wo aues drin ine passt, won i bruuche.
Allergattig isch da drinne, i dere Schublade.
Lybli – wyssi und schwarzi. Socke – glismeti und koufti. Ungrhose – bequemi und unbequemi.
Schnuderhudle, Tyschis u o paar Hose – schiggi und serigi, wo i de o trage.
Hemmli han i ou es paari. Derigi mit eme normale Chrage und derigi miteme Vattermörder.
I ha so viu Sache i mire einzige, grosse Schublade, i ha sogar es Gnuusch drinne.
Und wenn ig öpis wott usenäh us mire Schublade, de muess i zerscht mal z’grächtem wuusche.
Eso e Schublade, so eini, so e grossi isch nid nume praktisch.

Es git ja ou Lüt, die hei für aues e eigeti Schublade. Di hei ganz viu chliini Schubladene.
E Schublade für d Lybli, eini für d Socke, eini für d Ungerhose.
E Schublade für d Schnuderhudle – we ine de das nid ds unordentlech isch.
E Schublade für d Tyschis, eini für d Hose und eini für d Hemmli.
Teil ungerscheide ou nach Farb und Material, nach Qualität und Verwändigszwäck.
Teil hei ou e Schaft, abr das isch eigetlech ds Gliiche in höch.
Teil hei ou Schäftli, abr das si eigetlech nume Schubladene mit Türe.
Item. Teil finge das Schublade-System eso praktisch, dass si’s churzerhand erwitere.

Si mache Schubladene für iri Chuchitüechli, für iri Säubsthhilfe-CDs und für iri Pille.
Si mache Schubladene für iri Chochrezäpt, iri Ferieföteli und für iri Shopping-Rächnige.
Si mache sogar g’heimi Schubladene. Di si für iri Passwörter, iri Liebesbriefe und iri Schmuduheftli.

Abr teilne längst das no nid. Teil hei no Platz für paar Schubladene meh.
Si mache zwar nid bi auem es Büro, doch immerhin e neuii Schublade uf.
Eini für e Nachber, eini für e Chef, eini für e Staat und eini für d Chirche.
Eini für di schöne und eini für di weniger schöne Mönsche.
Eini für die Schönheite, wo mä nachem Usgang würd hei näh und eini für die, wo gschidr grad dahei wäre blibe.
E Schublade für d Schwygermuetter und eini für di eigeti.
E Schublade für di Riiche, die Arme, die Junge, eini für di Aute und eini für d Asylante
Und de no eini für die, wo nid nachem gliiche System schubladisiere.

Es het nämlech nid e jede di gliiche Präferenze bim Schubladisiere.
Es komplexes System bedingt komplexi Lösigsstrategie.
Eso hei di einte zum Bispiu e Schublade für die ungrettete Unglöibige,
die andere eini für die vernunftlose Fromme.
Teil hei eini für die linke Chaote und anderi hei eini für die, wo rächtsum im Stächschritt marschiere.

Und wüll’s de langsam gliich e chli unübersichtlech wird, griffe Paari churzerhand zumene Trick.
Si mache grossi Schubladene für di vile chliine Schubladene.
E gueti und e bösi, e hälli und e dunkli.
Angerne isch das de doch z kompliziert.
Si archiviere iri Schubladene und bediene sech numen no vo dere,
wo grad so gäbig ir Rychwiti ligt. Meischtens isch das di ungerschti.

Was neu chunnt, wird sofort registriert und fachgerät schubladisiert.
Ds Neue oder o ds Andere oder o ds Andersdänkende isch em Schubladeur si Feind.
E Schubladeur wot ds Frömde frömd bhaute,
wot d Angscht wach bhaute.
Är wot dr Dialog ds Tod schubladisiere.
Schublade zue und Ruhe, chönnt mä säge.
Dr Schubladeur isch vo Natur us es Ordnigstier,
wo au di Schubladene wo i dr Schublade mitem Etikett „schlächt“ schubladisiert si,
am liebschte wett verrigle, verrammle, zuesperre, abschliesse, vernagle, verruume, vermache – us dä Ouge und ou no grad usem Sinn ha.
Si si schubladisiert, abgfertiget, fertig gmacht, beurteilt ohni Widerspruch oder Ispruch und erscht rächt ohni Aspruch.
Bisch ir Schublade dinne, chunnsch nümme so liecht use.
U das geit imene Affezahn vostatte das Schubladisiere.
Schublade uf, Aff ine, Schublade zue. Fertig. Punkt. Eso isches.
D Schubladeure si nid zimperlech.
Di nähme dr Vorschlaghammer oder de grad d Dolmar Elektro-Chöttesagi usem Jumbo, auso o us Asie.
Mit dene Qualitätsprodukt hämmere si und sage si eim Schubladekonform.

Wobi i muess ja itz säge, es isch nid nume schlächt so es Schubladesystem.
Auso we’s um d Lybli geit, um d Socke, um d Ungerhose, d Schnuderhudle – we’s eim nid gruuset –, um d Tyschis, um d Hose und um d Hemmli – ob itz mit normalem Chrage oder Vattermörder.
Guet, bi dä Hemmli sigs ja schins eh gschider, mä hänkt sä uf. Wäg dä Falte und so.
U de gliich, fingsch d Sache viu schnäller bi somene Mehrfach-Schublade-System, muesch nid geng umewuusche. Chasch Di halt gäbig orientiere.
Allerdings, ds vil Schublade si äbe o nid nume guet.
Wüll da chasch de o d Übersicht verlüüre und am Änd si’s äbe nid nume Socke, wo verlüürsch.

Feminismus: Eine männliche Mission Impossible?

Als Sibylle Forrer im Juli im Wort zum Sonntag über die immer noch bestehende Diskriminierung von Frauen sprach, schien das Thema sowohl in meiner Twitter- als auch auf meiner Facebook-Timeline von neuem omnipräsent. Zu Recht! Zugegeben, ich war nicht immer dieser Meinung – was wohl mehr mit Unwissen denn mit ernsthafter Positionierung zu tun hatte. Zugegeben, manchmal werde ich sauer, wenn ich das Gefühl bekomme, schon allein wegen meines Geschlechts ‚verloren‘ zu haben – ein Gefühl, das vielen Frauen allerdings ziemlich bekannt vorkommen dürfte. Und ja, zugegeben, gegenüber einer Frauenquote bin ich kritisch – was jedoch damit zusammenhängt, dass ich dieselben Ausgangsbedingungen für Männer und Frauen erwarte und Fähigkeit in meinen Augen geschlechtsunabhängig ist. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – alledem stimme ich den Worten von Sibylle Forrer zu.

Dennoch beschlich mich einmal mehr ein gewisses Unwohlsein. Nicht etwa, weil ich gegen das wäre, was da gesagt und geschrieben wurde, sondern weil ich – heterosexuell, männlich, weiss – in einem Dilemma stecke. Das soll jetzt keine „Männer sind die eigentlichen Opfer“-Rechtfertigung werden, denn Männer sind nicht die Opfer. Daher rührt ja das Dilemma, dass der weisse, heterosexuelle Mann keiner Minderheit angehört und dass er das über die Jahrtausende hinweg schamlos ausgenutzt hat und es heute noch viel zu oft tut. Das Recht, sich in eine Opferrolle zu begeben, von sich als eigentlich Diskriminiertem zu sprechen, hat er sich damit gründlich verspielt. Neben ihm kann das nur noch das Christentum von sich behaupten, was nicht verwundern kann, wenn man sich einmal Geschlecht und Hautfarbe der geistlichen Hirten vor Augen führt.

Um von sich als diskriminiert sprechen zu können, muss ‚man‘ einer Minderheitengruppe angehören. Der europäische weisse Mann hat nie einer Minderheitengruppe angehört. Er war – und ist es vielerorts noch – die Norm. Das Dilemma ist nun, dass der weisse Mann im Rahmen der öffentlichen Feminismus- und Gleichberechtigungsdebatte zum einen unter Druck steht, seinen Anspruch auf Universalität niederzulegen und sich selbst endlich als eine Gruppe unter vielen zu begreifen, zum anderen genau das nicht tun kann. Jeder Versuch, sich im Verhältnis und in Bezug zu anderen Gruppen zu positionieren, würde auf „Misstrauen, Unverständnis und Widerstand stossen“.  Diese Spannung hält manch ein Mann nicht aus, was sich gut an mannigfachen verbalen und physischen Übergriffen tiefst beschämender Sorte verdeutlichen lässt.

Dabei ist Feminismus etwas, was auch den Mann – gerade den Mann! – unbedingt angeht. In seiner Rolle steht es ihm aber offenbar nicht zu, sich dazu zu verhalten. Dieses Dilemma spüre ich oft, wenn das Thema – so wie dieser Tage – intensiv diskutiert wird, ich mich allerdings weder kompetent noch bemächtigt fühle, etwas dazu beizutragen. Vor einigen Tagen twitterte ich folgenden Eintrag: „Immer wenn ich was über starke Frauen twittern will, halte ich inne und lasse es bleiben aus Angst, die falsche Frau als stark zu bezeichnen.“ Gestern stellte ich fest, dass die Bezeichnung ‚starke Frau‘ sexistisch aufgefasst werden kann. Was also tun? Die Hände in den Schoss legen und leise nickend die Frauen machen lassen? Nein! Viel mehr ist der weisse Mann herausgefordert, darüber zu reflektieren, dass das, was er als Abstiegserfahrung oder vielleicht sogar als Erniedrigung versteht, in Tat und Wahrheit Gleichberechtigung ist. Die Vorzüge, die der weisse Mann damals wie heute geniesst, stehen ihm nicht mehr zu, als allen anderen auch. Dabei geht es einem aufrichtigen Feminismus nicht um die Unterjochung der Männer à la „den Männern zahlen wir’s jetzt heim“, sondern um die Herstellung einer Gemeinschaft, in der alle Menschen gleichermassen gewürdigt werden.

Der Feminismus betrifft neben der staatlichen sowie wirtschaftlichen Dimension auch die sprachliche. Männer wie Frauen müssen gemeinsam weiterhin eine Sensibilität für die Sprache ausbilden und einander helfen, tradierte aber auch diskriminierende Formulierungen abzulegen. Sprache ist immer auch Ausdruck einer Kultur. Sie ist das Aushängeschild dessen, wofür wir einstehen. Sie ist aber auch Ausdruck von Kommunikation. Mit ihr können die unsinnigen Grabenkämpfe – hier nur der frauenverachtende Macho und dort bloss die männerhassende Furie – überwunden werden. Vorwürfe werden uns kaum weiterbringen, sondern die konstruierte und weithin leider doch reale Kluft zwischen Mann und Frau nur noch weiter aufreissen. Das zu verhindern, erfordert von allen Beteiligten einiges an Geduld und Entschlossenheit. Während die Frauen weiterhin mit Recht auf eben dieses pochen, ist es an den Männern, das Unmögliche zu tun und ihre Position im Verhältnis zu anderen, gleichwertigen Positionen zu überdenken und – inklusive der Gefahr, ab und an ordentlich zu scheitern – an der Kommunikation teilzunehmen. Feminismus geht auch die Männer an. Dank uns Männern haben wir den Salat ja erst! Da ist es nur fair, sich für die Gleichberechtigung reflektiert sowie aktiv einzusetzen, die Verantwortung also wahr- und die Mission Impossible anzunehmen. Wenn das nicht ‚männlich‘ ist, weiss ich auch nicht.

Verwendete Literatur: Di Blasi, Luca, Der weisse Mann. Ein Anti-Manifest, Bielefeld 2013.

Sepp der Sklaventreiber

Die FIFA ist zum Wahrzeichen einer westlichen Dekadenz geworden, die sich gerne weltoffen und integrativ gibt, tatsächlich aber den Hunger nach Anerkennung und Reichtum mancher Nationen schamlos ausnutzt. Nelson Mandelas Vision, die Überbrückung jedweder Differenzen durch den Sport, ist heute zur hohlen Marketingphrase geworden. Schade eigentlich, denn tatsächlich läge im Sport ein enormes Potential, das Einheit fördern und Menschen einander näher bringen könnte. Aber um den Sport geht es ja auch gar nicht mehr. Es geht um Tickets, um Einschaltquoten, um Kleider, um Games, um Panini-Hefte etc. Es geht um das Drumherum. Der Sport ist bloss noch Mittel zum Zweck, der runde Ball das geeignete Narkotikum. Und die Gemeinschaft der Menschen, eigentlich doch das implizite Ziel des Sports, wird dem Gewinnstreben untergeordnet. Dafür verrecken Tausende im Dreck, in der Armut, der unerträglichen Hitze – etwa in Katar.

Die Kinder der FIFA sind nicht vereinte Völker im Fussballfieber, sondern dahinsiechende Sklaven. Mütter verlieren ihre Söhne, Frauen ihre Männer, Kinder ihre Väter – und ganze Generationen verlieren ihre Existenzgrundlage und stehen mehr schlecht als recht vor dem Nichts. Die Welt schaut weg. Sie schaut lieber auf das Runde, das dann in das Eckige muss. Im Jubel der Tore gehen die Todesschreie der Sklaven unter. Wenn man dann liest und hört, wie die FIFA aus bequemen Sesseln heraus durchaus betroffen die Verantwortung von sich weist, bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Man braucht kein Genie zu sein, um vorauszusehen, was geschieht, wenn man die Weltmeisterschaft an Länder wie Katar vergibt. Die leichtfertige Vergabe hat unmittelbare Konsequenzen für abertausende Männer, Frauen und Kinder. Sie besiegelt den Tod von Unschuldigen.

Die FIFA hat die Verantwortung, ob ihr das passt oder nicht. Aber auch wir haben diese Verantwortung. Indem wir Tickets kaufen, uns Kleider zulegen, Games spielen, die Panini-Hefte füllen oder auch einfach nur den Fernseher einschalten, legitimieren wir indirekt das imperialistische Gebaren von Blatters autonomer Geldmaschine. Denn in diesen Tagen gilt: Erfolg gibt Recht. Wenn wir aber das französische „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ ebenso ernst nehmen wie das helvetische „Einer für alle und alle für einen“, sind wir gefordert, hier Konsequenzen zu ziehen. Dabei darf es uns ebenso wenig um das „gute Image des Fussballs“ gehen wie um unsere europäischen, christlichen oder wie auch immer gefüllten Werte. Beides hat sein Recht. Zunächst muss es uns jedoch kompromisslos um Menschenleben gehen und darum, dass so etwas verdammt noch mal nicht passieren darf. Umso tragischer wird die Angelegenheit, wenn man sich bewusst macht, dass das alles nicht sein müsste, dass man hier durchaus präventiv reagieren könnte. Und doch geschieht es. Ein Land, das seine Nationalmannschaft an eine WM der FIFA schickt, heisst direkt Sklavenhandel gut. Das Einschalten des Fernsehers gibt dem Verein indirekt die Grundlage, in derselben Verantwortungslosigkeit weiterzufahren. Da es bei Herrn Blatters FIFA nur noch um die Kohle geht, sollten wir ihn auch an seinem ‚Geldsäckel‘ packen. Gemeinsam, ganz in dem Geist, der dem Fussball eigentlich zugrunde liegt.

18. Mai 2015

Unser Leben in der Superlative?

Es gibt diesen einen Werbeslogan – er stammt bezeichnenderweise von einer Fast-Food-Kette –, der unseren Zeitgeist recht treffend wiedergibt: Bigger. Better. Burger King.
Wir befinden uns im zwanghaften Sog einer ständigen Aufwärtsspirale. Ein Abwärts gibt es nicht, darf es nicht geben. Schreibt eine Firma nur gleich viel Gewinn wie im Geschäftsjahr zuvor, gilt das schon als herber Rückschlag. Nimmt sich jemand eine Auszeit, etwa für die Familie, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die- oder derjenige im Beruf den Anschluss verliert. Die Welt schwingt sich rasend schnell zu immer neueren, noch waghalsigeren Höhen empor. Wer innehält, verliert. Der lange Atem ist keine Tugend unserer Gegenwart.
Aber nicht nur in unserem Berufs-, sondern auch in unserem Privatleben haben wir die Devise „Bigger. Better. Burger King“ längst verinnerlicht. Die Freizeit muss verdient und im Anschluss gleich auch noch optimal durchgeplant sein. Noch nie hatten die Menschen so viel Freizeit wie heute und noch nie wussten die Menschen weniger damit anzufangen. Ich ertappe mich nicht selten dabei, dass ich am lang herbei ersehnten freien Tag da sitze und offen gestanden nicht den geringsten Schimmer habe, was ausser arbeiten ich denn tun soll. Nichts tun, wäre eine Möglichkeit. Allerdings haben wir selbst das bereits dem Optimierungszwang unterworfen. Allerlei Selbsthilfebücher, Therapien, Tabletten und Kurse sollen uns helfen, damit wir auf schnellstem Wege wieder einfach nur sein können. Eine Herkulesaufgabe in einer Zeit, in der man sich über das Tun definiert. Dass die Aufwärtsspirale nicht in alle Ewigkeit zu halten ist, scheint offenkundig. Aber wie bei der Klimaerwärmung verschieben wir auch hier den Kollaps lieber in eine Zukunft, in der wir dann schon eine optimale Lösung parat haben.
Auch für den Glauben gilt „Bigger. Better. Burger King“ wieder mehr. Auf Twitter bin ich vor kurzem dem Hashtag #beyondblessed begegnet. Reicht der einfache Segen Gottes nicht mehr aus? Die Stärke des Glaubens, die persönliche Beziehung zu Gott oder Jesus Christus scheint für viele Menschen wieder messbar und für die zwischenmenschliche Anerkennung relevant zu sein. Herbert Grönemeyer singt: „Du glaubst nicht besser als ich“. Ich glaube, dass das nicht alle so sehen. Heilungen und ekstatische Zustände sollen uns Jesus näher bringen, das Reich Christi will übergross, glorreich und strahlend zelebriert und erlebt werden. Logisch, der grösste Gott verdient das grösste Fest. Die Beziehung zu Gott, der eigene Glauben soll immer mehr vertieft, die eigene Christlichkeit immer stärker offenbar werden. Ein solcher Glaube ist jedoch dem „bigger. better“ unserer Zeit erlegen und hat in Pomp und Ekstase seine Schwachheit erwiesen, weil er nicht zur Ruhe in Gott führt, sondern unentwegt und erbarmungslos in ein stürmisches Nirvana. Denn was folgt nach dem noch grösseren Glauben, dem noch grösseren Wunder, der noch tieferen Beziehung? Dieses kleine Wort „noch“ ist lediglich ein Deckname für das altbekannte Fass ohne Boden. Ein Leben auf der ewigen Jagd nach dem nächsten Erfolg, dem nächsten Hochgefühl, der nächsten „life changing“ Gotteserfahrung, ist dazu verdammt, sein Dasein im Hamsterrad des ewigen Komparativs zu fristen.
Dabei liegt im Christen- und auch Judentum ein ganz anderer Ansatz bereit, der die Kraft hat, dem „bigger. better“ dieser Tage eine heilsame Alternative entgegen zu setzen. Der erste Schöpfungsbericht im Buch Genesis erzählt davon, wie Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen habe. Das muss man sich einmal vorstellen, die ganze Welt, in sechs Tagen! Also wenn das nicht das grösste und gewaltigste ist, was jemals jemand getan hat, dann weiss ich auch nicht. Und tatsächlich scheint Gott mit seiner Arbeit sehr zufrieden zu sein. Immerhin nimmt er sich nach jedem Tagwerk die Zeit, um dasselbe zu bewerten. Dumm ist nur, dass Gott für seine Schöpfung, die Grundlage allen Lebens, offenbar ganz andere Bewertungskategorien hat als wir. Statt „das Beste“, „das Grossartigste“ oder „eine Meisterleistung“, nennt Gott sein Werk einfach gut. Das höchste der Gefühle finden wir in Genesis 1,31: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut.“ Die Schöpfung, zu Beginn vollkommen, war einfach nur dies: sehr gut. Das reichte aus – vollkommen. In diesem „Gütesigel“ Gottes liegt ein entlastender Massstab für unser Sein und Tun. Nicht Effizienz, Perfektion, Ekstase oder Glaubenstiefe machen den Unterschied, sondern einzig und allein Güte.
Auch im zweiten Schöpfungsbericht wird in einem ähnlichen Zusammenhang derselbe Massstab angewandt. Als Gott den ersten Menschen ansieht, erkennt er: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine ist“ (Gen 2,18). In dieser Bibelstelle wird die uralte und von der Soziologie bestätigte Einsicht ausgedrückt, dass der Mensch Gemeinschaft braucht. Erst dann ist es gut. Erst dann ist die Schöpfung im Sinne des ersten Schöpfungsberichts gut. Erst dann, in der Gemeinschaft, kann menschliche Güte überhaupt erst entstehen. Es ist gut, dass der Mensch nicht allein ist. Die Gemeinschaft muss nicht himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt sein. Sie wird es an den wenigsten Tagen sein. Die Schmetterlinge werden den Bauch auch einmal verlassen, die Begegnung mit anderen Menschen wird nicht immer „life changing“ sein, die Beziehung zu Gott wird sich nicht jedes Mal in hochemotionalen Tiefen erleben lassen. Das macht nichts, solange die Gemeinschaft gut ist.
Wir müssen neu lernen, das Gute zu sehen – in Gott, der Welt, den Menschen, in uns selbst. Das verheisst einiges an Arbeit und Geduld. Aber das spielt keine Rolle, denn letztlich ist – für einmal – nicht das Tun entscheidend, sondern das Sein. Das Sein in der Güte Gottes. Das Sein in der Güte der Gemeinschaft. Und dann, wenn wir den Blick für das, was gut ist, geschärft haben, wird sich wohl mancher Spaziergang an der Aare oder im Wald, manches gute Gespräch als wahrhaftiges Wunder erweisen. Wie schon Joe Cocker treffend und zugleich paradox sang: „The best things in life are the simple things.“ Und so gefällt mir denn auch der Slogan der anderen Fast-Food-Kette – verzeihen sie an dieser Stelle bitte den Komparativ – entschieden besser: „I’m lovin it.“ Ich denke, auch ein gewisser einfacher Zimmermann aus Nazareth hätte an diesem Slogan durchaus seine Freude gehabt.

Abschied vom westlichen Gottessohn

Bis heute habe ich mich mit dem Namen Jesus Christus nicht recht angefreundet. Zu oft habe ich ihn von Menschen gehört, deren Ansichten über das Christentum ich manchmal nur schwer, manchmal gar nicht teilen konnte und kann. Zu oft wollen mir Menschen sagen, was Jesus will und nicht will und zu oft beschleicht mich dabei der Eindruck, dass das weniger etwas mit Jesus und mehr mit ganz persönlichen Weltbildern zu tun hat. Auch wenn ich zu der Gemeinde spreche, bekomme ich den Namen Jesus nur schwer über die Lippen. Er wirkt wie ein Fremdkörper. Höre ich den Namen Jesu, so baut sich vor meinem inneren Auge unvermittelt ein gewaltiger, richtender Moralapostel auf – nicht gerade sympathisch. Allerdings ist das nicht die Schuld von Jesus, dass sein Name Unwohlsein in mir auslöst.

Auf einem Autoaufkleber las ich kürzlich: „Ich habe nichts gegen Gott. Es ist sein Fanclub, den ich nicht ausstehen kann.“ Und auch Pedro Lenz, der in seinem Text „Öpis gloubeni gloub scho“ die Perspektive von kritischen Kirchendistanzierten einnimmt, sagt: „Drbi säge i o gar nüt gäge dä Jesus Christus, coole Typ gsi denzumal, cha mä nid vil säge. Das mit dä Fische denn und däm Brot, woner verteilt. Odr dä mit däm Rotwy a dere Hochzyt dörte, eifach das Wasser gschwing i Wy verwandelt, obe use, dä muesch zersch bringe. Nei, dr Jesus sälber, dä isch okay gsi u nächhär respäktlos behandlet worde vo däm Statthalter dört, däm Pontius Pilatus-Typ – chasch aues ir Bible nacheläse.“

Wenn ich mich mit Freunden über ‚Gott und die Welt‘ unterhalte, stelle ich oft fest, dass das Problem nicht Jesus ist. Den finden tatsächlich fast alle eigentlich ganz in Ordnung. Ganz und gar nicht in Ordnung finden viele jedoch das institutionalisierte Christentum. Kaum einer von den vielen Wegen, wie die verschiedenen Kirchen Gottes Liebe verkünden, stösst bei Kirchenfernen auf Gegenliebe. Warum ist das so? Warum wird Jesu Vermächtnis weitgehend anerkannt, die Verwaltung dieses Vermächtnisses aber mehrheitlich abgelehnt? Es mag daran liegen, dass die Verkündigung der ‚frohen‘ Botschaft entweder zu angestaubt oder aber zu absolut daher kommt und dass sie zu den ‚wirklichen‘ Problemen kaum je etwas hilfreiches zu sagen scheint. Pedro Lenz sagt es: „Jesus Christus, coole Typ gsi denzumal“ – dazumal, nicht heute, nicht jetzt, nicht bei mir.

Aber nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Welt hat das Christentum einen schweren Stand – und das keinesfalls grundlos. Christentum, das ist die Religion des weissen Mannes, des Kreuzritters, des Kolonialisten, des Sklavenhalters, des Imperialisten und des westlichen Kapitalisten. Die christliche Religion hat Europa und damit den Westen insgesamt derart tiefgreifend geprägt, dass man die beiden bald einmal in eine äusserst unnatürliche Einheit zwängte. Die westliche Kultur wurde zur christlichen Kultur und so erhielten die ‚Werke‘ des Westens einen christlichen Anstrich. Der Sklavenhalter rechtfertigte seine Gewalt mit der Bibel ebenso wie der Kreuzritter. Imperialisten und Kolonialisten betrachteten ihr christliches Weltbild als das einzig legitime – in der Folge zwängten sie es anderen auf. Ähnliches lässt sich beim Kapitalisten beobachten, der kein anderes als sein eigenes System duldet. Ein System, dessen Leistungs- und Absolutheitsanspruch auch im Christentum wurzelt. Nicht das Christentum selbst, sondern vor allem jenes Christentum, das einen Gottessohn nach westlichen Massstäben predigt, steht schlecht da. Es steht so schlecht da, dass zu oft alles Gute, was der christliche Glaube zu bieten hätte, im Keim erstickt wird.

Mahatma Gandhi schreibt in seinem bekannten Text über die Bergpredigt: „Wir in Indien sind der missionarischen Institution gegenüber, die uns vom Westen erreicht hat, misstrauisch geworden wegen ihrer westlichen äusseren Erscheinung. – Verwechselt nicht das, was Jesus gelehrt hat, mit dem, was als moderne Zivilisation gilt. Ich frage euch, die ihr Missionare seid – tut ihr nicht unbewusst den Leuten, mit denen ihr lebt, Gewalt an? Ich versichere euch, es gehört nicht zu eurer Berufung, die Menschen des Ostens zu entwurzeln.“

Wer jetzt meint, dass es mit dem christlichen Kulturimperialismus längst ein Ende genommen hat, täte gut daran, einen Blick nach Afrika zu werfen. In Uganda etwa predigen fundamentalistische Missionare ein Evangelium der Exklusion. Die Folgen sind in ihrer Grausamkeit kaum zu übertreffen und zerrütten das eh schon gepeinigte Land schwer. Bischof Desmond Tutu sagte einmal: „Als die Missionare nach Afrika kamen, hatten sie die Bibel und wir das Land. Sie sagten: ‚Lasst uns beten‘. Wir schlossen unsere Augen. Als wir sie wieder öffneten, hatten wir die Bibel und sie hatten das Land.“ Kein gutes Zeugnis für das ‚christliche‘ Auftreten des Westens in der Welt.

Ein uns etwas ‚näheres‘ Beispiel dürften die Attentate von Paris sein, bei denen im Januar 2015 islamische Extremisten mehrere Menschen getötet haben. Als Folge davon kam es zu einer beinahe globalen Solidarisierung der Menschen und einer Verurteilung jeglicher Gewalt – auch von islamischer Seite. Eine Woche später erschien die neue Ausgabe der Satire-Zeitschrift und wurde ‚zur Verteidigung der demokratischen Presse- und Meinungsfreiheit‘ in Grossauflage über den ganzen Globus verteilt, unzählige Zeitungen und Magazine übernahmen gar das Cover. Damit wurden viele gläubige Muslime und Musliminnen, welche die Attentate verurteilt und sich mit Paris solidarisiert hatten, in ihrem religiösen Empfinden beleidigt. Solidarität ist keine Einbahnstrasse. Unter Solidarität könnte man auch respektvolle Zurückhaltung gegenüber jenen verstehen, die wie wir Gewalt ablehnen. Nur weil der Westen über die Möglichkeiten verfügt, seine Stimme über alle anderen zu erheben, heisst das nicht, dass er dies auch tun sollte. Viel eher führt das zu dem, was Goethe in seinem Zauberlehrling einst so treffend auf den Punkt brachte: „Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los.“ Mittlerweile haben sich beispielsweise rechts-fundamentalistische Bewegungen auf ihre ‘christliche Kultur’ berufen, um gegen den Islam als Ganzem Stimmung zu machen, während in muslimischen Ländern lautstarke Proteste gegen die neuste Ausgabe des Satiremagazins stattfinden.

Die Jahreslosung von 2015 lautet: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ (Röm 15,7). Ich bin sehr dankbar für diese Losung, weil sie den Schwerpunkt auf ein Christentum legt, das dieser Tage wieder einmal heilsam wirken könnte. Da ist nicht Rede von Bekehrung oder Belehrung. Da ist kein Hoheitsanspruch, sondern allein die Aufforderung zu einer Tat, die Geist wie Körper gleichermassen herausfordert: Annahme. Christus, so erzählen es seine Nachfolger in den Evangelien, hat alle Menschen angenommen – besonders jene, die von vielen damals nicht angenommen wurden, weil sie nicht ihrem Weltbild entsprachen. Wenn wir die Menschen immer wieder neu anzunehmen versuchen, dann stimmen wir damit in den Chor des Gotteslobes ein. Manch ein Mensch würde anstatt Gotteslob vielleicht lieber sagen, dass er den Menschen damit etwas Gutes tut. Ich denke, dass die Interpretation zweitrangig ist. Man muss weder Christus noch die westliche Lebensweise anerkennen, um ein gottgefälliges Leben zu führen. Und ein ‚gottgefälliges‘ oder ‚humanistisches‘ Leben sagt nichts über unsere Rettung aus, sehr wohl aber über uns und unser Handeln an und in dieser Welt. Denn die Interessen Gottes, das sagt mir die Jahreslosung, gehen Hand in Hand mit unseren Interessen. Verstehen wir unter Annahme Dinge wie Respekt, Anstand, Gewährung von Freiheiten, Rücksicht und Demut, dann ist das eine Lehre Jesu, die gerade heute, gerade jetzt und gerade bei mir eine grosse Bedeutung hat.

Die demütige und also auch zurückhaltende Haltung, die in der Losung indes mitschwingt, kann für die Sichtbarkeit eines humanistischen Christentums in Abgrenzung zu einem westlichen nur förderlich sein. Gandhi schreibt in diesem Zusammenhang: „Trotz eures Glaubens an die Grösse der westlichen Zivilisation und trotz eures Stolzes auf diese Errungenschaften bitte ich euch, bescheiden zu sein. Ich bitte euch, lasst etwas Platz für ehrlichen Zweifel. Lasst jeden von uns sein eigenes Leben leben; und wenn wir das rechte Leben leben, warum die Eile?“ Vielleicht ist es ganz in Ordnung, dass der coole Jesus von damals heute nicht mehr dieselbe Bedeutung hat wie ‚dazumal‘. Die Welt rückt nah und jeder muss ein wenig von seinem Platz abgeben. Wenn das stimmt, was über Jesus in der Bibel steht, tut er das sicher gerne, wenn es dazu führt, dass wir einander annehmen können.