D Schublade

I han e Schublade. So e grossi. Eini, wo aues drin ine passt, won i bruuche.
Allergattig isch da drinne, i dere Schublade.
Lybli – wyssi und schwarzi. Socke – glismeti und koufti. Ungrhose – bequemi und unbequemi.
Schnuderhudle, Tyschis u o paar Hose – schiggi und serigi, wo i de o trage.
Hemmli han i ou es paari. Derigi mit eme normale Chrage und derigi miteme Vattermörder.
I ha so viu Sache i mire einzige, grosse Schublade, i ha sogar es Gnuusch drinne.
Und wenn ig öpis wott usenäh us mire Schublade, de muess i zerscht mal z’grächtem wuusche.
Eso e Schublade, so eini, so e grossi isch nid nume praktisch.

Es git ja ou Lüt, die hei für aues e eigeti Schublade. Di hei ganz viu chliini Schubladene.
E Schublade für d Lybli, eini für d Socke, eini für d Ungerhose.
E Schublade für d Schnuderhudle – we ine de das nid ds unordentlech isch.
E Schublade für d Tyschis, eini für d Hose und eini für d Hemmli.
Teil ungerscheide ou nach Farb und Material, nach Qualität und Verwändigszwäck.
Teil hei ou e Schaft, abr das isch eigetlech ds Gliiche in höch.
Teil hei ou Schäftli, abr das si eigetlech nume Schubladene mit Türe.
Item. Teil finge das Schublade-System eso praktisch, dass si’s churzerhand erwitere.

Si mache Schubladene für iri Chuchitüechli, für iri Säubsthhilfe-CDs und für iri Pille.
Si mache Schubladene für iri Chochrezäpt, iri Ferieföteli und für iri Shopping-Rächnige.
Si mache sogar g’heimi Schubladene. Di si für iri Passwörter, iri Liebesbriefe und iri Schmuduheftli.

Abr teilne längst das no nid. Teil hei no Platz für paar Schubladene meh.
Si mache zwar nid bi auem es Büro, doch immerhin e neuii Schublade uf.
Eini für e Nachber, eini für e Chef, eini für e Staat und eini für d Chirche.
Eini für di schöne und eini für di weniger schöne Mönsche.
Eini für die Schönheite, wo mä nachem Usgang würd hei näh und eini für die, wo gschidr grad dahei wäre blibe.
E Schublade für d Schwygermuetter und eini für di eigeti.
E Schublade für di Riiche, die Arme, die Junge, eini für di Aute und eini für d Asylante
Und de no eini für die, wo nid nachem gliiche System schubladisiere.

Es het nämlech nid e jede di gliiche Präferenze bim Schubladisiere.
Es komplexes System bedingt komplexi Lösigsstrategie.
Eso hei di einte zum Bispiu e Schublade für die ungrettete Unglöibige,
die andere eini für die vernunftlose Fromme.
Teil hei eini für die linke Chaote und anderi hei eini für die, wo rächtsum im Stächschritt marschiere.

Und wüll’s de langsam gliich e chli unübersichtlech wird, griffe Paari churzerhand zumene Trick.
Si mache grossi Schubladene für di vile chliine Schubladene.
E gueti und e bösi, e hälli und e dunkli.
Angerne isch das de doch z kompliziert.
Si archiviere iri Schubladene und bediene sech numen no vo dere,
wo grad so gäbig ir Rychwiti ligt. Meischtens isch das di ungerschti.

Was neu chunnt, wird sofort registriert und fachgerät schubladisiert.
Ds Neue oder o ds Andere oder o ds Andersdänkende isch em Schubladeur si Feind.
E Schubladeur wot ds Frömde frömd bhaute,
wot d Angscht wach bhaute.
Är wot dr Dialog ds Tod schubladisiere.
Schublade zue und Ruhe, chönnt mä säge.
Dr Schubladeur isch vo Natur us es Ordnigstier,
wo au di Schubladene wo i dr Schublade mitem Etikett „schlächt“ schubladisiert si,
am liebschte wett verrigle, verrammle, zuesperre, abschliesse, vernagle, verruume, vermache – us dä Ouge und ou no grad usem Sinn ha.
Si si schubladisiert, abgfertiget, fertig gmacht, beurteilt ohni Widerspruch oder Ispruch und erscht rächt ohni Aspruch.
Bisch ir Schublade dinne, chunnsch nümme so liecht use.
U das geit imene Affezahn vostatte das Schubladisiere.
Schublade uf, Aff ine, Schublade zue. Fertig. Punkt. Eso isches.
D Schubladeure si nid zimperlech.
Di nähme dr Vorschlaghammer oder de grad d Dolmar Elektro-Chöttesagi usem Jumbo, auso o us Asie.
Mit dene Qualitätsprodukt hämmere si und sage si eim Schubladekonform.

Wobi i muess ja itz säge, es isch nid nume schlächt so es Schubladesystem.
Auso we’s um d Lybli geit, um d Socke, um d Ungerhose, d Schnuderhudle – we’s eim nid gruuset –, um d Tyschis, um d Hose und um d Hemmli – ob itz mit normalem Chrage oder Vattermörder.
Guet, bi dä Hemmli sigs ja schins eh gschider, mä hänkt sä uf. Wäg dä Falte und so.
U de gliich, fingsch d Sache viu schnäller bi somene Mehrfach-Schublade-System, muesch nid geng umewuusche. Chasch Di halt gäbig orientiere.
Allerdings, ds vil Schublade si äbe o nid nume guet.
Wüll da chasch de o d Übersicht verlüüre und am Änd si’s äbe nid nume Socke, wo verlüürsch.